Maria Laurenzia Cajacob-Caminada
Maria Laurenzia Cajacob-Caminada ist für viele Seniorinnen und Senioren in Disentis die Vertrauensperson. Seit 55 Jahren leitet sie die Seniorinnen-Turngruppe und organisiert zahlreiche Aktivitäten auf Rätoromanisch. Kürzerzutreten fällt ihr eher schwer, aber beim Acrylmalen taucht sie in ihre Welt ab. Maria Laurenzia Cajacob-Caminada wurde von Pro Senectute Graubünden für den Prix Merci 2026 nominiert.
«Im Dorf kommen ältere Menschen mit ihren Sorgen zu mir.»
Steckbrief Maria Laurenzia Cajacob-Caminada
Alter: 79 Jahre
Kanton: Graubünden
Beruf: Betriebsassistentin bei der Post, Pflegehelferin im Altersheim (pensioniert)
Mein Einsatzbereich als Freiwillige bei Pro Senectute: Seniorinnen-Turngruppe Disentis; Organisation von Spielnachmittagen, Exkursionen und Mittagstischen; Besuche im Alters- und Pflegeheim sowie Mitglied der «Seniora-Ca» - einer selbstorganisierten Gruppe, die vielfältige Aktivitäten auf Rätoromanisch für ältere Menschen organisiert.
Meine Hobbys/Interessen: Ich pflege gerne meinen Garten und bin viel in der Natur unterwegs. Ich male mit Acrylfarben und bastle gerne. Und vor kurzem habe ich Tai-Chi für mich entdeckt.
Dafür bin ich in meinem Umfeld bekannt: Ich bin schon bekannt im Dorf. Hauptsächlich wegen des Seniorinnen-Turnens, das ich seit 55 Jahren leite. Zudem engagiere ich mich in zahlreichen wohltätigen Aktivitäten der Kirchgemeinde.
Dafür nehme ich mir gerne Zeit für mich: Ich bin viel allein unterwegs, am liebsten beim Wandern. Auch das Malen beruhigt mich sehr – dann bin ich ganz in meiner eigenen Welt, in der ich gut verweilen kann.
Darauf bin ich stolz: Auf meine zwei Kinder und mein Grosskind – die Familie ist mein Lebensinhalt. Sie wohnen ganz in der Nähe, das ist sehr schön. Für meine Nachkommen habe ich kürzlich meine Biografie verfasst. Dabei wurde mir erst richtig bewusst, was ich im Leben alles geleistet habe. Darauf bin ich schon ein wenig stolz – besonders auf mein freiwilliges Engagement für andere.
Das bringt mich zum Lachen: Ich habe es gerne lustig – gerade mit den Seniorinnen und Senioren gibt es immer etwas zu lachen.
Darüber freue ich mich wie ein Kind: Wenn ich Wertschätzung von den Seniorinnen und Senioren erfahre. Ein kleines Dankeschön oder ein paar liebe Worte für das, was ich tue, stellen mich immer auf.
Das macht mir Sorgen: Meine Gesundheit hat mich in den letzten Jahren beschäftigt. Ich war zweimal erkrankt, das hat mich zeitweise zurückgeworfen. Jetzt geht es mir zum Glück wieder gut. Ängste habe ich aber keine. Meine Devise lautet: optimistisch bleiben und sich nicht zu viele Sorgen machen.
Das gefällt mir am am Älterwerden: Älterwerden ist schön, wenn man gesund ist, aktiv bleibt und weiterhin Kontakte pflegt. Dafür muss man selbst etwas tun. Wenn das gelingt, lässt sich das Alter geniessen.
Dafür wäre ich gerne nochmals jünger: Für nichts – ich bin zufrieden, so wie es ist. Gesundheitlich geht es mir gut, und das ist für mich im Moment am wichtigsten. Ich lebe im Hier und Jetzt.
Maria Laurenzia, lieber dies oder das?
| Frühaufsteherin | Langschläferin |
| lieber unterwegs | lieber zu Hause |
| Landluft | Stadttrubel |
| Hund | Katze |
| planen | spontan sein |
| zuhören | Diskussionen anreissen |
| auf Bewährtes vertrauen | Neues ausprobieren |
| Postkarte | WhatsApp-Nachricht |
Mein freiwilliges Engagement bei Pro Senectute
Darum engagiere ich mich bei Pro Senectute: Die Seniorinnen und Senioren liegen mir sehr am Herzen. Ich engagiere mich schon lange für ältere Menschen, seit ich 25 Jahre alt war. Pro Senectute leistet wertvolle Arbeit und ich pflege guten Kontakt mit den Ansprechpersonen. Und ich bin jetzt selbst in dem Alter – ich weiss, ich kann mich an Pro Senectute wenden, wenn ich ein Problem habe. Darauf mache ich regelmässig auch andere Seniorinnen und Senioren aufmerksam.
Das motiviert mich in meinem freiwilligen Engagement: Im Dorf kommen immer wieder Seniorinnen und Senioren mit ihren Problemen oder Sorgen zu mir. Es ist mir wichtig, für andere da zu sein und ihnen eine Vertrauensperson zu sein.
Mein schönstes Erlebnis als Freiwillige: Das ist schwierig – es gibt zu viele schöne Momente, um einen einzelnen hervorzuheben.
Das gibt mir freiwilliges Engagement persönlich: Es gibt mir sehr viel, wenn ich mit Seniorinnen und Senioren zusammen sein kann und wir gemeinsam etwas erleben – sei es auch nur ein Gespräch. Eigentlich wollte ich letztes Jahr aus gesundheitlichen Gründen etwas kürzertreten. Aber es geht nicht, jeden Tag bin ich unterwegs – sei es in der Seniorinnenturngruppe, im Pflegeheim oder in der Kirche. Und doch: Ich finde, ich brauche das und es tut mir gut. Aber ich muss noch lernen, auch mal Nein zu sagen. Ich habe mir vorgenommen, mit 80 etwas zurückzufahren. Aber das ist gar nicht so einfach für mich (lacht).