Sylvaine Tarsi-Bise

Sylvaine Tarsi-Bise verwandelt Lampenfieber in Spielfreude. Im Improvisationstheater ermutigt sie Seniorinnen und Senioren, sich zu zeigen und so Selbstvertrauen zu gewinnen. Auch ihr Zuhause wird zur Bühne – dort tanzt sie gerne für sich durch die Räume. Nach so viel Theater unter der Woche bleibt der Vorhang am Sonntag zu – sie schläft dann gerne aus. Sylvaine Tarsi-Bise wurde von Pro Senectute Vaud für den Prix Merci 2026 nominiert. 

Tarsi-Bise

«Freiwilligenarbeit schenkt mir menschliche Kontakte, das ist unbezahlbar.»

Steckbrief Sylvaine Tarsi-Bise

Alter: 76 Jahre

Kanton: Waadt

Beruf: Arbeit in Büros / technisches Zeichnen / Verkäuferin / Näherin, zum Beispiel für Fasnachtsanlässe: 50 Jahre lang habe ich jedes Jahr zwischen 30 und 40 Kostüme für die Brandons de Payerne genäht! (pensioniert)

Mein Einsatzbereich als Freiwillige bei Pro Senectute: Leiterin Improvisationstheater-Treffen 

Meine Hobbys/Interessen: Nähen, Stricken, Spaziergänge mit meinen Freundinnen, Tänze aus aller Welt: «Ich liebe das, seit ich ein kleines Mädchen bin!». Ich tanze auch allein zu Hause – man muss sich schliesslich bewegen! Ich lese gern, zum Beispiel die Romane von Nicolas Feuz. Kürzlich habe ich auch das Buch von Gisèle Pélicot gelesen; es hat mich tief beeindruckt.

Dafür bin ich in meinem Umfeld bekannt: Für meinen Optimismus. Ich sehe das Glas immer halb voll. In allem, was uns passiert, gibt es – wenn man genau hinschaut – immer auch eine gute Seite. 

Dafür nehme ich mir gerne Zeit für mich: Ich tanze allein zu Hause. 

Darauf bin ich stolz: Auf meinen Geisteszustand und meine Offenheit: «Man kann jeden Tag etwas dazulernen!» 

Das bringt mich zum Lachen: Eigentlich alles! Zum Beispiel eine gute Komödie im Theater oder im Film. Etwa «Le Corniaud» (deutscher Titel: «Scharfe Sachen für Monsieur») mit Bourvil und Louis de Funès – besonders die berühmte Szene mit dem völlig zerlegten Döschwo. 

Darüber freue ich mich wie ein Kind: Am Sonntag ausschlafen. Unter der Woche bin ich sehr aktiv, da brauche ich Erholung … 

Das macht mir Sorgen: Dass ich mein Leben einmal in einem Spitalbett beenden könnte. Meine Selbstständigkeit zu verlieren. Ich bin nicht wirklich besorgt, aber ich denke daran.

Das gefällt mir am am Älterwerden: Dass ich tun kann, was ich will, wann ich will und wie ich will. Ohne jemanden fragen zu müssen – «wie ein grosses Mädchen!». Ich bin seit sieben Jahren verwitwet und habe vorher nie allein gelebt. 

Dafür wäre ich gerne nochmals jünger: Um mit dem Rucksack zu reisen, zum Beispiel auf die pazifischen Inseln und nach Australien.

Sylvaine, lieber dies oder das?

Frühaufsteherin Langschläferin
lieber unterwegs lieber zu Hause
Landluft Stadttrubel
Hund Katze
planen spontan sein
zuhören Diskussionen anreissen
auf Bewährtes vertrauen Neues ausprobieren
Postkarte WhatsApp-Nachricht

 

Mein freiwilliges Engagement bei Pro Senectute

Darum engagiere ich mich bei Pro Senectute: An einem bestimmten Punkt in meinem Leben habe ich mir gesagt, dass ich viel von anderen erhalten habe, dass ich Zeit haben werde und dass nun der richtige Moment ist, etwas durch freiwilliges Engagement zurückzugeben. Nachdem ich Improvisationstheater-Kurse besucht hatte, bekam ich dank der Unterstützung und Begleitung der Pro Senectute Organisation in meiner Region die Möglichkeit, selbst einen Theater-Workshop aufzubauen. Was ich am freiwilligen Engagement bei Pro Senectute besonders schätze, ist die Betreuung durch unsere Verantwortlichen. Sie sind wirklich aufmerksam, hören zu und sind jederzeit verfügbar. Das ist sehr wertvoll.

Das motiviert mich in meinem freiwilligen Engagement: Ich fühle mich nützlich. Ich kann Kontakte pflegen und ein soziales Leben aufrechterhalten. Am schönsten ist es, wenn Teilnehmende meiner Improvisationstheater-Workshops sagen: «Hör ja nicht auf – wir lachen so viel mit dir! Das entspannt uns und tut uns gut.» Sie kommen mit Freude und können abschalten. Sie gewinnen an Selbstvertrauen, und das ist für mich sehr erfüllend. Einige von ihnen betreuen Angehörige oder sind gesundheitlich eingeschränkt.

Mein schönstes Erlebnis als Freiwillige: Als eine Teilnehmerin vom Improvisationstheater zum ersten Mal kam – sie war von jemandem «überredet» worden –, traute sie sich nicht einmal aufzustehen, um sich vorzustellen. Doch nach und nach öffnete sie sich. Nach zwei oder drei Jahren stand sie auf einem Stuhl und machte ein Flugzeug nach!

Das gibt mir freiwilliges Engagement persönlich: Die Freude daran, Menschen zu begegnen. Bei Treffen unter Freiwilligen lerne ich immer wieder neue Leute kennen, das ist grossartig! Ich ziehe meinen Hut vor jenen Freiwilligen, die Hausbesuche machen oder Menschen am Lebensende begleiten. Ich bewundere sie sehr. Freiwilligenarbeit schenkt mir menschliche Kontakte, und das ist unbezahlbar. Jede Begegnung ist ein Geschenk. Und der wahre Schatz eines Menschen liegt im Inneren – dort muss man suchen. Diese Begegnungen erlauben es, tiefer zu gehen.

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