Alfred «Fredi» Reist
Alfred «Fredi» Reist lebt seinen Namen. Der Hobbypilot und Weltenbummler wanderte bereits durch die Sahara und tourte entlang der Seidenstrasse. Vor fast 50 Jahren trat der Emmentaler eine Reise ohne Rückkehr vom Bernbiet an den Zürichsee an. Dort hilft er älteren Menschen mit den Finanzen und organisiert Anlässe, an denen er ihnen von seinen Reiseabenteuern berichtet. Fredi Reist wurde von Pro Senectute Kanton Zürich für den Prix Merci 2026 nominiert.
«Den Freiwilligengedanken, sprich das Miteinander und Füreinander, sollten wir noch stärker leben.»
Steckbrief Alfred «Fredi» Reist
Alter: 68 Jahre
Kanton: Zürich
Beruf: Technischer Leiter (pensioniert)
Mein Einsatzbereich als Freiwilliger bei Pro Senectute: Leiter der Ortsvertretung Richterswil und Samstagern sowie Freiwilliger im Treuhanddienst
Meine Hobbys/Interessen: Meinem Nachnamen entsprechend reise ich gerne – unzählige Reisen führten rund um den Globus in alle Kontinente. Ich bin auch gerne in den Bergen unterwegs: im Sommer in Wanderschuhen, im Winter in Schneeschuhen. Meine grosse Leidenschaft gilt dem Fliegen – ob mit dem Gleitschirm oder bei Segel- und Motorflügen. Viel Zeit verbringe ich auch mit der Kamera; ich schneide und vertone eigene Reise- und Flugfilme. Zudem bin ich seit 30 Jahren in einem Männerkochclub.
Dafür bin ich in meinem Umfeld bekannt: Für meine ehrenamtliche Tätigkeit – ich mische überall ein bisschen mit.
Dafür nehme ich mir gerne Zeit für mich : Zweimal in der Woche gehe ich in meine Sauna und höre dazu Volksmusik. Einfach liegen, schwitzen und sein – die Sauna ist meine Erholungsoase.
Darauf bin ich stolz: In den letzten 30 Jahren habe ich mir mehrere Fluglizenzen erarbeitet und ich verbringe viel Zeit in der Luft. Ich durfte zahlreiche Passagiere über die Schweizer Alpen fliegen und meine Freude am Fliegen und an der Alpenwelt teilen. Das ist für mich ein grosses Privileg. Ebenso prägend sind die zahlreichen Abenteuer, die ich gemeinsam mit meiner Frau erlebt habe: von der Fahrt über den Pamir Highway durch Tadschikistan und Kirgistan, der Tour entlang der Seidenstrasse von Kirgistan durch China bis nach Shanghai, oder die Reisen entlang den Anden in Chile, Argentinien, Bolivien und Peru.
Das bringt mich zum Lachen: Ich habe einen anspruchsvollen Humor, spontan ins Lachen komme ich ehrlichgesagt selten. Aber ich habe an vielem Freude.
Darüber freue ich mich wie ein Kind: Wenn ich anderen Menschen helfen kann, besonders im Treuhanddienst: Viele Menschen stehen finanziell unter Druck oder haben Mühe mit administrativen Angelegenheiten. Mit geringem Aufwand kann ich hier viel bewirken. Es bereitet mir ebenso Freude, andere an meinen Reiseabenteuern teilhaben zu lassen. Meine Reisefilme zeige ich auch Seniorinnen und Senioren an unsern Anlässen.
Das macht mir Sorgen: Es belastet mich, wenn meine Hilfe nicht ankommt und ich zu den Menschen nicht durchdringe. Auch die Nachrichten stimmen mich oft nachdenklich: Was in der Welt geschieht, ist alles andere als aufbauend. Mein Grundsatz bleibt jedoch: Das Glas ist immer halb voll.
Das gefällt mir am am Älterwerden: Die Pensionierung war für mich ein Wendepunkt: Ich muss nicht mehr, darf aber noch vieles. Ich konnte den Druck des Berufslebens loslassen. Die gewonnene Freiheit und Flexibilität empfinde ich als grosses Geschenk. Dank meiner Hobbys und meines freiwilligen Engagements bin ich aber weiterhin gut beschäftigt – das gibt mir Zufriedenheit.
Dafür wäre ich gerne nochmals jünger: Ich habe im Leben gemacht, was ich wollte. Ich bin zufrieden. Einzig: Heute würde ich vielleicht Airline-Pilot werden.
Fredi, lieber dies oder das?
| Frühaufsteherin | Langschläferin |
| lieber unterwegs | lieber zu Hause |
| Landluft | Stadttrubel |
| Hund | Katze (...weder noch) |
| planen | spontan sein |
| zuhören | Diskussionen anreissen |
| auf Bewährtes vertrauen | Neues ausprobieren |
| Postkarte | WhatsApp-Nachricht (...beides) |
Mein freiwilliges Engagement bei Pro Senectute
Darum engagiere ich mich bei Pro Senectute: Ich bleibe aktiv und habe Aufgaben – so wird mir nicht langweilig. Ich bin überzeugt: Nach der Pensionierung tut es gut, eine Tätigkeit zu haben, die Freude macht und Erfüllung bringt. Denn gerade im Alter sind wir aufeinander angewiesen. Das gelingt nur mit einem «Heer an Freiwilligen». In ein paar Jahren werde ich selbst froh sein, solche Unterstützung zu erhalten. Den Freiwilligengedanken, sprich das Miteinander und Füreinander, sollten wir noch stärker leben.
Das motiviert mich in meinem freiwilligen Engagement: Mich treibt an, dass ich anderen Menschen im Treuhanddienst helfen kann. Ich unterstütze sie dabei, ihre finanzielle Situation zu verbessern und so Leid zu vermeiden. Und bei den Anlässen, die wir in der Ortsvertretung organisieren, ist es immer schön, die zufriedenen Gesichter zu sehen – sei es bei einem Tanz- oder Filmanlass oder bei einem Mittagessen. Personen aus ihrer Einsamkeit zu holen und ihnen in einem Anlass ein Umfeld und ein paar schöne Stunden bieten, erfüllt mich mit grosser Zufriedenheit.
Mein schönstes Erlebnis als Freiwillige: Das ist nicht ein bestimmtes Erlebnis, sondern es sind die vielen kleine Momente.
Das gibt mir freiwilliges Engagement persönlich: Freiwilliges Engagement bedeutet für mich, Verantwortung zu übernehmen, mich einzusetzen und manchmal auch standhaft zu bleiben. Es gibt mir das Gefühl, wirklich etwas bewirken zu können. Im Treuhanddienst setze ich mich für meine Mandantinnen und Mandanten ein, suche Lösungen und bleibe dran, auch wenn es schwierig wird. Dabei lerne ich selbst viel dazu und bin beispielsweise mit amtlichen Verfahren mittlerweile gut vertraut.