Karin Sonderer-Länzlinger

Karin Sonderer-Länzlinger ist Gastgeberin mit Leib und Seele. Ob in der Ju-gendherberge oder am Mittagstisch mit Seniorinnen und Senioren: bei ihr sind alle willkommen. Es bereitet ihr grosse Freude, ältere Menschen mit kleinen Gesten glücklich zu machen und ihre Kinder zu überraschen. Eine Auszeit gönnt sie sich gerne auf ihrem Velo mit «Motörli». Karin Sonderer-Länzlinger wurde von Pro Senectute Obwalden für den Prix Merci 2026 nominiert.

Sonderer

«Es ist wahnsinnig schön zu sehen, wie wir den Menschen mit kleinen Taten eine Freude machen können.»

Steckbrief Karin Sonderer-Länzlinger

Alter: 57 Jahre

Kanton: Obwalden

Beruf: Gastgewerbe (Jugendherberge Engelberg)

Mein Einsatzbereich als Freiwillige bei Pro Senectute: Ortsvertretung in Engelberg

Meine Hobbys/Interessen: Ich bin sehr gerne in der Natur, am Wandern oder auch am Biken. Dafür habe ich mir ein Velo mit Motörli geleistet (lacht).

Dafür bin ich in meinem Umfeld bekannt: Wahrscheinlich würden sie sagen, dass ich immer gut gelaunt bin und zu einem Fest nicht Nein sage. Zudem denke ich, dass ich als hilfsbereit, «gschaffig» und zuverlässig bin.

Dafür nehme ich mir gerne Zeit für mich: Ich schätze es, allein irgendwo hinzufahren. Ich packe mein Velo in mein Auto und fahre einfach für zwei Tage weg. Bei all meinen Vereinsaktivitäten war und bin ich so oft unter Menschen. Erst in den letzten Jahren habe ich gemerkt, wie gut es mir tut, ab und zu nur für mich zu sein. 

Darauf bin ich stolz: Auf meine Kinder! Und auf das, was ich in meinem bisherigen Leben geleistet habe. Insbesondere die letzten Jahre nach meiner Scheidung waren nicht einfach. Aber ich habe die Herausforderungen gut gemeistert und stehe mit beiden Beinen im Leben.

Das bringt mich zum Lachen: Wenn jemand wie Sie lustige Fragen stellt (lacht). Meine Kinder bringen mich oft zum Lachen und auch bei meiner aktuellen Tätigkeit in der Jugendherberge Engelberg geht es oft lustig zu und her. Ich bin eine recht fröhliche Person.

Darüber freue ich mich wie ein Kind: Wenn ich jemand anderem eine Freude machen kann. Ich plane sehr gerne eine Überraschung für meine Kinder. Früher war auch meine Mutter eine Person, die ich sehr gerne überraschte.

Das macht mir Sorgen: Die aktuelle Weltlage mit all den Kriegen macht mir grosse Sorgen. Und auch Menschen, die anderen schaden und nur an sich denken. Und privat ist das Geld ein Sorgenthema: Reicht es, komme ich durch oder muss ich zurückstecken? Das beschäftigt mich schon stark.

Das gefällt mir am am Älterwerden: Man kann das Leben ein bisschen ruhiger angehen und muss nicht mehr überall dabei sein. In meinen Vereinen bin ich zwar noch Mitglied, aber nicht mehr in einer tragenden Rolle. Ich hoffe, dass ich gesund bleibe und freue mich schon auf die Pensionierung. Aber das dauert noch ein paar Jahre.

Dafür wäre ich gerne nochmals jünger: Für längere Reisen wäre ich gerne nochmals jünger. Ich wäre gerne mehrere Monate in ein Land eingetaucht. Meinen Kindern lege ich ans Herz, dies zu tun, solange sie noch jung sind und die Möglichkeit haben. Aber ansonsten bin ich sehr zufrieden mit meinen Leben, ich habe viel Schönes erlebt.

Karin, lieber dies oder das?

Frühaufsteherin Langschläferin
lieber unterwegs lieber zu Hause
Landluft Stadttrubel
Hund Katze
planen spontan sein
zuhören Diskussionen anreissen
auf Bewährtes vertrauen Neues ausprobieren
Postkarte WhatsApp-Nachricht

 

Mein freiwilliges Engagement bei Pro Senectute

Darum engagiere ich mich bei Pro Senectute: Die damalige Ortsvertreterin von Pro Senectute in Engelberg, eine Kollegin von mir, hat mich angefragt, ob ich den Posten übernehmen wolle. Sie hatte spontan an mich gedacht. Dann haben wir uns getroffen, sie hat mir den Ordner übergeben, ein bisschen von den Aufgaben erzählt und dann war’s das (lacht). Das war vor über 15 Jahren. In meiner damaligen sehr aktiven Vereinszeit war ich zugleich Vorturnerin im Muki-Turnen und im Altersheim. Und da merkte ich, dass mir nicht nur die Kleinen, sondern vor allem auch die älteren Menschen wahnsinnig viel zurückgeben. Sie sind so dankbar, ihr Umgang mit mir kommt von Herzen, es ist ein Geben und Nehmen.  

Das motiviert mich in meinem freiwilligen Engagement: Wir sind ein tolles Team mit zwei Kolleginnen, die mir bei den Aufgaben der Ortsvertretung helfen. Wir gratulieren bis zu 80 Menschen pro Jahr zum Geburtstag und organisieren jeden Monat Anlässe wie einen Mittagstisch, Jass-Nachmittage oder Ausflüge. Und da spüre ich eine sehr grosse Dankbarkeit bei den Menschen im Dorf. 

Mein schönstes Erlebnis als Freiwillige: Auf der einen Seite gibt es ganz viele schöne Begegnungen – da ist es sehr schwierig, eine einzelne rauszupicken. Auf der anderen Seite sind gibt es auch tragische Momente, die sehr prägend sind: Viele Seniorinnen und Senioren besuchen unseren Mittagstisch regelmässig. Plötzlich kommt nur noch die Frau, weil ihr Mann gestorben ist. Das sind schmerzliche Momente, die aber halt auch zum Leben gehören. 

Das gibt mir freiwilliges Engagement persönlich: Grosse Zufriedenheit und Befriedigung. Beim Arbeiten besteht immer ein gewisser Druck, denn man muss Geld verdienen. Bei meinen Aufgaben für die älteren Menschen gibt es diesen Druck nicht. Es ist ein Gefühl von grosser Freude, wenn die Leute an unsere Anlässe kommen oder ich sie an der Haustür treffe. Und es ist wahnsinnig schön für mich zu sehen, wie wir den Menschen mit kleinen Taten und Aufmerksamkeiten eine Freude bereiten können.

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