Theres Studer
Theres Studer findet ihr Glück in der Natur. Als selbsternanntes «Chrüterwyb» kreiert sie eigene Kräuterprodukte und kommt im Freien am besten zu Ruhe. Auf Trab halten sie ihre sieben Grosskinder, die sie regelmässig betreut. Gut vernetzt im Dorf bringt sie Menschen gern zusammen und ermuntert Seniorinnen und Senioren, für Ihre Anliegen einzustehen. Theres Studer wurde von Pro Senectute Kanton Luzern für den Prix Merci 2026 nominiert.
«Oft bin ich Vertrauensperson und Brückenbauerin von Mensch zu Mensch.»
Steckbrief Theres Studer
Alter: 72 Jahre
Kanton: Luzern
Beruf: Floristin, SRK-Pflegehilfe, Familienfrau, Kirchliche Seniorenarbeit, Astrologisch Psychologische Beraterin (pensioniert)
Mein Einsatzbereich als Freiwillige bei Pro Senectute: Ortsvertretung Ruswil
Meine Hobbys/Interessen: Mein Interesse gilt den Familien unserer vier Töchter und unseren sieben wunderbaren Enkelkindern. Zwei Jugendliche aus dem Bekanntenkreis freuen sich ebenfalls, mich Oma zu nennen. Wir leisten regelmässig vielfältigen Grosseltern-Dienst mit Mittagstisch. Daneben gehe ich mit meinem Mann gerne Wandern, Velo- und Skifahren oder ins Fitness. Seit kurzem habe ich ein neues Hobby. Als Verein haben wir im Dorf ein Ladenlokal gemietet, ich engagiere mich da sozusagen als «Chrüterwyb und Lokalperle». Wir sammeln, was Mutter Natur gedeihen lässt, und verarbeiten das Selbstgemachte zu Duftendem, Krautigem und saisonalen Köstlichkeiten. Wir bieten die regionalen Produkte an und organisieren verschiedenste Anlässe. Das Lokal hat sich mittlerweile zu einem niederschwelligen Begegnungsort entwickelt. «Zäme röschte-choche-ässe» ist das nächste Projekt, im Sinne «Gemeinsam statt einsam».
Dafür bin ich in meinem Umfeld bekannt: Ich habe ein grosses Beziehungsnetz in unserem Dorf und würde sagen, dass ich für mein langjähriges freiwilliges Engagement vor Ort bekannt bin. Ich mag Menschen sehr und das spürt mein Umfeld auch. Ich versuche immer, gut zuzuhören und zu erkennen, wo Not ist. Dann handle ich mit meiner Lebenserfahrung spontan und mit Herz.
Dafür nehme ich mir gerne Zeit für mich: Ich lese sehr gerne Fachbücher zur Astrologie und Psychologie und interessiere mich für spirituelle Themen. Es ist eine Art Hobby für mich, die Zusammenhänge zu lernen, zu verstehen und mein Wissen dann anderen weiterzugeben.
Darauf bin ich stolz: Ich bin sehr stolz auf meine Familie mit meinem Mann und staune über die heranwachsenden Enkelkinder im Alter zwischen neun bis 23 Jahren. Auch ist es mir gelungen, im Laufe meines Lebens gemeinsam mit anderen immer wieder etwas auf die Beine zu stellen, Menschen zu begeistern und ihnen etwas zuzumuten. Als 13. Kind wurde mir das soziale Gefüge in die Wiege gelegt. Daher kommt sicherlich auch, dass ich Menschen achtsam und respektvoll begegne.
Das bringt mich zum Lachen: Ich bin eher eine, die auf den Stockzähnen schmunzelt als laut herauslacht. Ich lache oft, wenn die Enkelkinder etwas anstellen, Witze erzählen oder mir Videobotschaften schicken. Oft lache ich auch über mich selbst. Es sind die kleinen und grossen Freuden in meinem Alltag, die mich zum Lachen bringen.
Darüber freue ich mich wie ein Kind: Alles, was in der Natur passiert, ist ein wunderbares Geschenk. Ich freue mich wahnsinnig, wenn die Kirschblüten in unserer Gegend blühen oder wenn es wieder schneeflöckelt im Winter. Da kommen bei mir auch immer Erinnerungen von früher auf.
Das macht mir Sorgen: Natürlich die aktuelle Weltlage mit Krieg in unserer Nähe und dass der Mensch nicht mehr weiss, was mein und was dein ist. Auch das stetig grösser werdende Ungleichgewicht des Geldes betrübt mich. Mit all dem mache ich mir sehr viele Gedanken um die Zukunft von jungen Familien. Aber ich schöpfe auch Urvertrauen: Menschen sind für Jetzt und die Zukunft geboren und haben es auch in der Vergangenheit immer geschafft, ihr Leben nach Möglichkeiten und Situationen zu gestalten.
Das gefällt mir am am Älterwerden: Ich geniesse die Freiheiten, die das Alter mit sich bringt. Wir machen zwar keine grossen Reisen, aber spontan raus in die Natur gehen zu können, ist für mich ein grosser Genuss. Meine sozialen Kontakte zu pflegen, erachte ich auch als sehr schöne Freiheit. Ebenfalls war es mir enorm wichtig, dass wir unser Familienhaus vor einigen Jahren abgeben konnten, und dass die Patientenverfügung und alles Rechtliche geklärt sind. Alles, was ich heute mache, ist zum grössten Teil selbstgewählt.
Dafür wäre ich gerne nochmals jünger: Ich war bisher in jedem Jahrzehnt meines Lebens bei guter Gesundheit, dafür bin ich sehr dankbar. Krisen haben mich reifen lassen. Ich habe in jeder Situation, die ich erlebt habe, versucht, das Beste daraus zu machen. Wenn du aus Liebe handelst, kann nichts schiefgehen.
Theres, lieber dies oder das?
| Frühaufsteherin | Langschläferin |
| lieber unterwegs | lieber zu Hause |
| Landluft | Stadttrubel |
| Hund | Katze |
| planen | spontan sein |
| zuhören | Diskussionen anreissen |
| auf Bewährtes vertrauen | Neues ausprobieren |
| Postkarte | WhatsApp-Nachricht |
Mein freiwilliges Engagement bei Pro Senectute
Darum engagiere ich mich bei Pro Senectute: Das hat sich damals einfach so ergeben. Für mich war es schon früh klar, dass es wichtig ist, für ältere Menschen da zu sein. Denn ich war es von Haus aus gewohnt, da ich generationenüberschreitend aufgewachsen bin. Als dann die Aufgabe der Ortsvertretung fürs Alter an mich herangetragen wurde, hatte ich die Chance, ein eigenes Team aufzubauen. Das hat auf Anhieb sehr gut funktioniert und wurde für mich zur Herzensangelegenheit. Als Ortsvertreterin ermuntere ich ältere Menschen, ihre Anliegen bei der Beratungsstelle von Pro Senectute, beim Hausarzt oder bei Angehörigen zu platzieren. Oft bin ich Vertrauensfrau und Brückenbauerin von Mensch zu Mensch.
Das motiviert mich in meinem freiwilligen Engagement: Ich habe über all die Jahre sehr viele Menschen mit ganz unterschiedlichen Talenten kennengelernt. Das Zusammensein im Team und gemeinsam etwas umzusetzen, macht mir noch immer grosse Freude.
Mein schönstes Erlebnis als Freiwillige: Es gibt viele schöne und lustige Momente sowie Momente der Vertrautheit. Ein Beispiel, als wir für die Herbstsammlung unterwegs waren: Eine ältere Frau, die ich kenne, öffnet die Tür und sagt «Ha de Kaffee scho gemacht, gäll hesch chli Zyt» und streckt mir ein 20-Franken-Note für die Herbstsammlung entgegen.
Das gibt mir freiwilliges Engagement persönlich: Freiwilligenarbeit erfüllt mich im Herz – nicht das Portemonnaie. Mein Mann hatte immer einen guten Job und unterstützte mich stets. Das war und ist heute noch eine wesentliche Voraussetzung, dass ich mich in so vielen verschiedenen Bereichen engagieren konnte. Das heisst aber nicht, dass ich nur unterwegs bin (lacht). Ich bin sehr gerne zuhause, das gibt mir Kraft.