Toni Stebler
Toni Stebler trifft man häufig auf der Skipiste – stimmen die Wetterbedingungen, ist er ganz in seinem Element. Der sportbegeisterte Ex-Fussballtrainer und ehemalige Lehrer ist gerne unter Leuten und gibt nach wie vor sein Wissen mit viel Freude weiter. Er unterstützt ältere Menschen bei PC-Problemen und bei der Steuererklärung – und bleibt auch gerne noch für einen Schwatz. Toni Stebler wurde von Pro Senectute Kanton Solothurn für den Prix Merci 2026 nominiert.
«In der Freiwilligentätigkeit habe ich auch für mich gelernt: Im Alter muss man Hilfe annehmen können.»
Steckbrief Toni Stebler
Alter: 73 Jahre
Kanton: Solothurn
Beruf: Bezirkslehrer (pensioniert)
Mein Einsatzbereich als Freiwillige bei Pro Senectute: Digital Coach, Steuererklärungsdienst
Meine Hobbys/Interessen: Bewegung muss bei mir einfach sein: Skifahren, Velofahren, Biken, Schwimmen, Aquafitness und Wandern. Ich bin vielseitig interessiert, besonders an Politik, und ich reise gerne – aber nicht zu lange und nicht zu weit. Sehr wichtig ist mir die Zeit mit meinen drei Grosskindern. Sie machen mir grosse Freude, wir sind oft zusammen in der Natur unterwegs.
Dafür bin ich in meinem Umfeld bekannt: Ich hänge mich rein, wenn ich das Gefühl habe, ich kann etwa bewirken.
Dafür nehme ich mir gerne Zeit für mich: Am besten schalte ich in Bewegung und in guter Gesellschaft ab. Geselligkeit macht für mich das Leben lebenswert.
Darauf bin ich stolz: Auf meine drei Söhne. Und darauf, dass ich als Lehrer viel bewirken konnte. Ich habe immer gespürt, dass ich geschätzt werde – das freut mich bis heute.
Das bringt mich zum Lachen: Da bin ich auf mein Gegenüber angewiesen. Ich umgebe mich gerne mit aufgestellten Menschen. Mit Leuten, die gerne «e suurä Stei mache», habe ich Mühe.
Darüber freue ich mich wie ein Kind: Der Sport macht mir sehr viel Freude. Wenn beim Skifahren die Schneebedingungen stimmen und die Sonne scheint, bin ich in meinem Element.
Das macht mir Sorgen: Bei der aktuellen Weltlage muss ich manchmal die Scheuklappen hochziehen. Es macht mir Sorgen, dass wir als Gesellschaft auseinanderdriften – wenn Menschen auf Extrempositionen beharren und keine Kompromisse mehr eingehen wollen.
Das gefällt mir am am Älterwerden: Die Unabhängigkeit: nicht mehr müssen, sondern dürfen. Ich kann spontan entscheiden, was ich heute unternehmen möchte – und habe genug Zeit zum Skifahren (lacht).
Dafür wäre ich gerne nochmals jünger: Meine Generation hatte eine sehr gute Zeit – es ging immer vorwärts, ohne Krieg und in politischer Stabilität. Heute nochmals jung sein möchte ich nicht.
Angelika, lieber dies oder das?
| Frühaufsteherin | Langschläferin |
| lieber unterwegs | lieber zu Hause |
| Landluft | Stadttrubel |
| Hund | Katze |
| planen | spontan sein |
| zuhören | Diskussionen anreissen |
| auf Bewährtes vertrauen | Neues ausprobieren |
| Postkarte | WhatsApp-Nachricht |
Mein freiwilliges Engagement bei Pro Senectute
Darum engagiere ich mich bei Pro Senectute: Die Arbeit mit älteren Menschen hat mir immer viel gegeben. 37 Jahre war ich im Stiftungsrat eines Altersheims tätig, 11 davon als Präsident – nach dem Abschied von der Schule habe ich eine sinnvolle Tätigkeit mit vielen Begegnungsmöglichkeiten gesucht. So kam ich zu Pro Senectute Kanton Solothurn. Als Digital Coach und im Steuererklärungsdienst erlebe ich meine Tätigkeit als bereichernd. Digitale Themen, insbesondere die Sicherheit, interessieren mich sehr – auch, weil es wichtig ist, am Ball zu bleiben. Ehrlich gesagt muss ich aber ab und zu meine Söhne um Hilfe bitten (lacht).
Das motiviert mich in meinem freiwilligen Engagement: Ich will jetzt nicht vom «Helfersyndrom» sprechen, vielleicht ist es eher eine Berufskrankheit. Als ehemaliger Lehrer und Fussballtrainer gebe ich gerne etwas weiter und helfe dort, wo ich mich besser auskenne (lacht).
Mein schönstes Erlebnis als Freiwillige: Ich kann kein einzelnes Erlebnis hervorheben – die grosse Dankbarkeit der Menschen ist für mich das Schönste.
Das gibt mir freiwilliges Engagement persönlich: Ich habe einen guten Draht zu den Menschen – besonders zu jenen, die etwas mehr Unterstützung brauchen. Ihnen gerade in komplexen Situationen helfen zu können, gibt mir grosse Genugtuung. Meist geht es nicht nur um PC-Probleme oder die Steuererklärung, sondern auch um den menschlichen Kontakt.
In der Freiwilligentätigkeit habe ich auch für mich gelernt: Im Alter muss man Hilfe annehmen können. Gewisse Dinge können andere einfach besser (lacht). Mein Lieblingsspruch dazu: «Eine Angewohnheit kann man nicht aus dem Fenster werfen, man muss sie die Treppe runterprügeln – Stufe für Stufe»