Christine Knaus-Hotz

Christine Knaus-Hotz hat ein Händchen dafür, die richtigen Menschen zusammenzubringen. Das von ihr initiierte Lesementoring schafft in Herisau Begegnungen zwischen Jung und Alt und fördert bei Primarschulkindern spielerisch die Freude am Lesen. Ausserhalb des «Lesezirkels» geht die pensionierte Pädagogin gerne joggen und erfreut sich besonders an blühenden Magnolienbäumen. Christine Knaus-Hotz wurde von Pro Senectute Appenzell Ausserrhoden für den Prix Merci 2026 nominiert.

Knaus-Hotz

«Es erfüllt mich, nach der beruflichen Phase in der Gesellschaft weiterhin etwas zu bewegen.»

Steckbrief Christine Knaus-Hotz

Alter: 72 Jahre

Kanton: Appenzell Ausserrhoden

Beruf: Pädagogin und Dozentin an Pädagogischer Hochschule (pensioniert) 

Mein Einsatzbereich als Freiwillige bei Pro Senectute: Projektleiterin Lesementoring Herisau

Meine Hobbys/Interessen: Ich mache viel Sport – am liebsten in Gemeinschaft mit Freundinnen: Velofahren, Skifahren, Schwimmen und Joggen. Zu einem Museumsbesuch sage ich auch nicht nein. Nach der Pensionierung habe ich die Floristik für mich entdeckt, eine Ausbildung absolviert und zeitweise als Praktikantin in einem Blumengeschäft gearbeitet. So hat sich doch noch mein Berufswunsch als Jugendliche erfüllt.

Dafür bin ich in meinem Umfeld bekannt: Ich kann gut auf Menschen zugehen und sie vernetzen. Ich würde sagen, ich habe einen Pionierinnengeist: Ich bin neugierig, habe viele Ideen und schrecke nicht davor zurück, Neues auszuprobieren. Dafür trommle ich die richtigen Menschen zusammen, um gemeinsam etwas zu bewegen. Vor allem das Wohlbefinden von Kindern liegt mir sehr am Herzen.

Dafür nehme ich mir gerne Zeit für mich: Ich gehe in die Natur, wandere viel und lese gerne. Gleichzeitig denke ich viel über meine künftige Wohn- und Lebenssituation nach – ein generationenübergreifendes Wohnprojekt ist ein Wunsch, der mich schon länger begleitet.

Darauf bin ich stolz: Dass ich mir über alle Generationen hinweg – von jung bis alt – ein starkes soziales Netz aufgebaut habe. Gerade in meiner jetzigen Lebensphase ist das besonders wichtig für mich.

Das bringt mich zum Lachen: Alltagssituationen, in denen ich selbst oder andere sich komisch verhalten (lacht).

Darüber freue ich mich wie ein Kind: Ein blühender Magnolienbaum im Frühling – es ist schön, wenn alles spriesst und sich die Natur in ihrer ganzen Fülle zeigt.

Das macht mir Sorgen: Der Zustand unserer Welt und ihre sich verändernde Ordnung. Das belastet mich, besonders wenn ich auf die unbeschwerte Zeit zurückblicke, die meine Generation erleben durfte. Wir sind in einer vergleichsweise friedvollen Umwelt aufgewachsen. Heute habe ich den Eindruck, dass die Errungenschaften unserer Generation in Gefahr sind und wir uns zurückbewegen – etwa in Bezug auf das Frausein. Es ist anspruchsvoll, sich vor der Intensität und Unruhe der Welt zu schützen. 

Das gefällt mir am am Älterwerden: Die gewonnene Unbeschwertheit und Zeit. Ich muss nicht mehr den ganzen Tag einem festen Vorhaben folgen und kann meine Tage frei und spontan gestalten – mal gehe ich spontan mit einer Freundin ins Museum oder mit unserem VW-Bus die Welt entdecken.

Dafür wäre ich gerne nochmals jünger: Eigentlich für nichts. In meiner jetzigen Phase gehört das Bilanzieren des Lebens dazu – und ich bin zufrieden, wie mein Leben bisher verlaufen ist. Mein Mann und ich sind aber auch privilegiert: Wir sind noch immer zu zweit, sozial gut eingebunden und gesund. Für mich ist das schöne Verhältnis zu den Familien unseren beiden Söhnen nicht selbstverständlich. Am Leben unserer Enkelinnen teilzuhaben, ist für mich ein grosses Glück – ein Lebensgefühl, das erst mit dem Alter kommt.

Christine, lieber dies oder das?

Frühaufsteherin Langschläferin
lieber unterwegs lieber zu Hause (...beides)
Landluft Stadttrubel
Hund Katze
planen spontan sein
zuhören Diskussionen anreissen
auf Bewährtes vertrauen Neues ausprobieren
Postkarte WhatsApp-Nachricht

 

Mein freiwilliges Engagement bei Pro Senectute

Darum engagiere ich mich bei Pro Senectute: Die Zusammenarbeit über Generationen hinweg war für mich schon immer bereichernd. Mit dem von mir initiierten Lesementoring in Herisau kann ich das weiterführen. Dabei helfen Seniorinnen und Senioren Primarschulkindern, sich spielerisch Lesekompetenzen anzueignen – ungezwungen und bewusst ausserhalb des schulischen Rahmens. So entsteht Raum für Begegnung zwischen den Generationen und für Vernetzung unter den Seniorinnen und Senioren. Bei Pro Senectute Appenzell Ausserrhoden stiess ich mit meiner Projektidee auf offene Türen. Mit der Geschäftsleiterin Sabrina Steiger entwickelte sich ein enger, vertrauensvoller Austausch. Gemeinsam ist aus einem Experiment ein generationenübergreifendes Projekt mit zukunftsweisendem Charakter entstanden.

Das motiviert mich in meinem freiwilligen Engagement: Die Lesementorinnen und -mentoren berichten mir oft von der Wertschätzung, die sie von den Kindern und den Eltern erfahren. Sie übernehmen viel Verantwortung, organisieren sich sehr gut untereinander und tauschen sich aus. Das Projekt ist praktisch ein Selbstläufer. Nur dank ihres grossartigen Engagements funktioniert das Lesementoring. Das macht mich sehr stolz.

Mein schönstes Erlebnis als Freiwillige: Zwei Lesementorinnen waren anfangs in der Gruppe etwas zurückgezogen. Ich habe mir überlegt, wie ich sie besser in die Gruppe integrieren kann. Dann haben sie sich ganz von selbst gefunden – daraus ist eine richtige Freundschaft entstanden, und heute unternehmen sie viel zusammen. Das hat mich sehr berührt. Dieses Netzwerk unter den Mentorinnen und Mentoren ist unglaublich wertvoll.

Das gibt mir freiwilliges Engagement persönlich: Es erfüllt mich, nach der beruflichen Phase weiterhin in der Gesellschaft etwas zu bewegen – aber in einem konkurrenzfreien Umfeld (lacht). Ich geniesse es, Teil einer engagierten Truppe zu sein, neue Beziehungen entstehen zu sehen und die Erfolgserlebnisse der Lesementorinnen und -mentoren mitzuerleben. Das sind wahre Glücksmomente für mich. 

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